Sonntag, 31. Mai 2020

Wels: Die abgerissene Stadt

Die Alte Hutfabrik Wels ist eines noch der letzten erhaltenen Industrieareale der Gründerzeit in Wels.

Wels ist keine schöne Stadt.“ - Wenn man diesen Satz einem Welser erzählt, wird man schnell viel Kritik ernten. Obwohl Herr und Frau Welser über ihre Stadt gerne stänkern, verteidigen sie diese dann doch  gegen den Vorwurf des hässlichen Entleins. Meist wird der Stadtplatz als Beleg genannt, dass Wels auch seine schönen Ecken hat. Keine Frage, der Stadtplatz, die Burg Wels, die Altstadt sind alles schmucke Orte. Wenn man aber weiß, wie schön diese Stadt einmal war, - wie die Stadtväter anderer Zeiten liebevollst den Volksgarten planten, ssich um mondäne Villenviertel und kleine Prachtstraßen bemühten – ja, dann kann man nur zu einem Ergebnis kommen: Wels wurde verschandelt.
Keine Bomben zerstörten die Prachtbauten, sondern der Zeitgeist der Nachkriegsmoderne. Man wollte alles Alte hinter sich lassen und den Weg der Moderne gehen. Schlicht und ohne Schnörkel. Alte Fabriken aus Backstein hatten hier keinen Platz. Das war nicht nur in Wels so. Aber in Wels scheint es bis heute nicht aufzuhören. 
Die Historie wird nicht geschätzt. Aber auch für wirklich mutige moderne Projekte ist man zu feig. Man erliegt der durchschnittlichen Fadesse aus Schuhschachtel-Bauten.
Man stelle sich vor, am ehemaligen Gelände der HTL wäre das Industriejuwel der Adlerfabrik erhalten, oder neben dem Volksgarten das Werk Ploberger. Urbane Stadtquartiere mit hippen Geschäften würden diese Gegenden prägen. Auch Bildung wie die FH hätten in alten Gemäuern Platz gehabt. 

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