Samstag, 18. Januar 2020

Entnahmeboxen als bestes Vertriebsmittel für eine Gratis-Zeitung


Die Gratis-Zeitung "Die Monatliche" aus der österreichischen Stadt Wels setzt auf Zeitungsboxen um ihre Exemplare unter die Leute zu bringen. Im gesamten Stadtgebiet sind die Boxen mit dem großen "M" zu sehen. Nicht ohne Grund: Der typische Postwurf, bei denen Unmengen an Zeitungen ungelesen im Mistkübel landen, ist für viele ein großes Ärgernis geworden. In die Zeitungsbox greift hingegen nur der interessierte Leser. Somit kommen die Zeitungsexemplare auch bei den Leuten an, die sich auch wirklich für das Blatt interessieren.


Auch für den Indoor-Bereich gibt es zahlreiche Lösungen wie den praktischen Aufsteller aus Plastik, den man in Einkaufszentren findet.

Die Outdoor-Boxen sind aus Metall und werden maßgefertigt. "Wir vermitteln gerne für andere Verlagshäuser diverse Zulieferer, von der Produktion der Boxen bis zur Beschriftung dieser", so Zeitungsherausgeber Christoph Brückl.

Diese Form des Vertriebs ist eine Win-Win-Situation: Die Umwelt wird nicht unnötig mit ungelesenem Papier belastet, und der Zeitungsverlag weiß, dass seine gedruckten Exemplare auch wirklich bei Lesern ankommt.

Verlegung des Welser Messegeländes: Ein Interview mit Wolfgang Kaiserseder


Wolfgang Friedrich Kaiserseder schrieb Mitte der 80er-Jahre eine Doktorarbeit über die Verlegung der Welser Messe an den Stadtrand. Zu dieser Zeit arbeitete er auch im Messeunternehmen. Er strengte auch viele Bemühungen an, seine Idee der Verlegung der Messe auf die Felder in der Nähe der Autobahn am Rande des Stadtteils Neustadt zu verwirklichen. Bekannterweise wurde daraus nichts. Auch Anfang der 90er gab es eine Diskussion, die aber schnell wieder abflachte. Seitdem ist es still um das Thema geworden.

Wir sprachen mit Wolfgang Friedrich Kaiserseder über die damaligen Abläufe und Fehlentscheidungen.

Herr Kaiserseder, für welche Tätigkeit waren Sie damals im Unternehmen Messe zuständig? 
Heute würde man Marketingabteilung dazu sagen. Ich war für die Werbung zuständig, aber auch dafür, neue Messen zu erfinden. Ich habe Anfang der 80er vorgeschlagen, eine Computermesse in Wels zu etablieren. Dafür wurde ich belächelt. Wie groß das Potential dieser Branche war, das muss man ja heutzutage nicht mehr erklären. Man hat viele große Chancen vertan.

Eine der größten Chancen wäre die Verlegung der Messe an den Stadtrand gewesen. 
Vollkommen richtig. Ich habe zu diesem Thema meine Doktorarbeit verfasst. Mein Vorschlag wäre gewesen, die Messe hinter die Autobahn in der Nähe von Puchberg zu verlegen. Dazu habe ich auch Gespräche mit den ÖBB geführt. Es war damals ein Bahnhof Puchberg geplant, der auch hervorragend als Messebahnhof dienlich gewesen wäre.

Es gab später ja auch Pläne, die Messe auf den Flugplatz zu verlegen. 
Ja, aber das war nur ein Vorwand, den Flugplatz zu verkleinern. Man darf ja auch nicht die zahlreichen Schottervorkommen auf dieser Fläche vergessen. Das wäre für die damaligen Beteiligten ein gutes Geschäft gewesen.

Die Flächen hinter der Autobahn wären bis heute frei. Das wäre doch ein perfekter Standort gewesen. Warum wurden Ihre Vorschläge verworfen?
Da gibt es einige Gründe. Ich habe ja auch bereits mit Bund und Land Kontakt aufgenommen, ob sie sich an einer neuen Messegesellschaft beteiligen würden. Sie müssen hier die Dimension verstehen: Mitte der 80er waren weder Salzburg noch Wien ausgebaut. Wäre mein Vorschlag verwirklicht worden, wäre Wels mit Abstand der größte und de facto einzig ernstzunehmende Messestandort in Österreich gewesen. Die beiden anderen Standorte hätten dann niemals ausgebaut, weil wir zu stark gewesen wären. Die Welser Messe wäre dann aber nicht mehr zu 100% in städtischer Hand gewesen, sondern auch Bund und Land wären beteiligt. Es sind ja auch viele Investitionen fällig. Und dieser Umstand ist einigen Stadtvätern sauer aufgestoßen.

Warum? 
Weil sie dann Einfluss verloren hätten. So hatten sie die totale Macht über das Unternehmen.

Die Alternative wäre aber, dass man an einem viel größeren Unternehmen beteiligt gewesen wäre, welches auch für den Standort Wels pures Gold wert gewesen wäre. 
Ja, wenn man sich für die Interessen der Stadt interessiert hätte. Aber einigen damals Beteiligten war es wichtiger, einfach ein paar Aufträge verteilen zu können oder genügend Einfluss über die Auswahl von Mitarbeitern zu haben. Wegen niedriger Beweggründe hat man ein Jahrhundertprojekt für Wels abgewürgt. Es ist eine Schande!

Kommentar zum Konzert der Böhsen Onkelz in Wels



Lieber Herr Bürgermeister Rabl!  Sie haben in einer Aussendung geschrieben, das Konzert der Bösen Onkelz war die Feuertaufe für weitere Konzerte in Wels und dessen erfolgreiche Entwicklung einer Konzertstadt.Nein, hier muss ich Ihnen widersprechen! Ein rundum gelungenes Konzert mit perfekter Organisation, keinen Zwischenfällen und einem vollkommen entspannten Publikum ist noch lange keine Feuertaufe für eine Konzertstadt.Die wirkliche Feuertaufe für die Konzertstadt Wels wird erst dann stattfinden, wenn wirklich etwas schiefgeht. Wenn Medien mit dem Finger auf die Politik zeigen und Sie als Bürgermeister trotz Kritik hinter der Konzertstadt Wels stehen müssen. Dann und nur erst dann ist die Feuertaufe gelungen. Erst wenn die Politik hinter den Konzerten steht - auch wenn einmal etwas nicht gut läuft - und den enormen Wirtschafts- und Imagefaktor von Großkonzerten für Wels sieht.  In St. Pölten sind sogar zwei Bürgerlisten gegen das dortige Frequency-Festival zu den Kommunalwahlen angetreten, und der dortige Bürgermeister ist öffentlich hinter den Veranstaltern gestanden. Geschadet hat es ihm nicht, seine Partei bekam die absolute Mehrheit, und die Bürgerlisten kamen nicht in den Gemeinderat. Werden Sie sich das auch trauen und Rückgrat beweisen, auch wenn Sie wahrscheinlich 50 Wähler für immer verlieren und Sie diese Leute nie überzeugen werden? Wenn ja, dann werden es Ihnen 90% der Welser danken.

Warum Lokalpolitik nicht nur Kindergärten und Turnhallen bauen darf

Unabhängig davon, ob man die Umsetzung des neuen KJ gelungen findet oder nicht. Eines steht fest: Der Platz hatte dringendst eine Umgestaltu...